2012
Zeit – Fenster
Wäre die Lebenszeit ein Raum,
gäb es ein Fenster durchzuschau‘n.
Man säh die Zeit vorüberfließen,
könnt diesen bunten Strom genießen,
denn alle Hektik, alles Treiben,
würd lebenslang da draußen bleiben.
Man säh die Guten und die Schlimmen,
im Zeitenfluss vorüberschwimmen.
Sähe Politiker sich streiten,
säh Krisentum vorübergleiten,
säh Korruption und Mauschelei,
dass dies nicht schlimm – und üblich sei,
Vertrauen sinken, Goldpreis steigen,
den immer gleichen Menschheitsreigen.
Und hätt man gerne seine Ruh,
machte man schnell das Fenster zu.
Im Raum würd es dann wohlig still,
man könnte tun, was man will.
Die eigne Lebenszeit gestalten,
die eignen Werte selbst verwalten.
Könnt Luft und Frieden zu sich fächeln
und über seine Aussicht lächeln.
So wünsch ich euch in künft‘gen Jahren,
Ausblick und Einsicht euch zu wahren.
© Gerold Schodterer