SPUREN Gedichtband von Gerold Schodterer erschienen 2001 im Eigenverlag
Die hohen Forderungen an das Sein und an sich selbst zur Sprache (- und damit im Geiste Sloterdijks "zur Welt" -) bringen, sie in und mit Worten und in authentischem ringen gestalten können, sodass sie sich weder effekthaschender Gefühlsduselei ergeben, noch sich in das Spirituelle des Über-drüber-Menschen versteigen - das zeugt von wahrlich hohem existenziellen Anspruch!
Das Hier und Jetzt erkennen, indem er Vergangen-Geglaubtes vor sich ausbreitet: Dies ist der Weg des sinn-suchenden Gerold Schodterer, der vom alles krönenden Wert menschlichen Existierens zutiefst überzeugt ist.
Friedrich Gaigg (Lektor)
Leseproben
Augenblick
Ist's notwendig zu wissen, woher wir kommen und wohin wir geh'n? Ist's wichtig, in Vergangenem zu wühlen, um für die Zukunft "Fehler" schon vorauszuseh'n?
Wär' es nicht wunderbar, so fließend wie die Well’n des Ozeans zu leben, um durch die Kraft in diesem "Augenblick" uns für die Zukunft Energie zu geben?
copyright: Gerold Schodterer
Verborgen
Dein Samen fiel auf Felsengrund, dein Körper war dir vorgegeben, so wächst du, karg, doch kerngesund dein “Wetter-Stürme-Sonnen-Leben”.
Die Zeit verging, nun bist du alt, und du hast aufgehört zu zählen, wie oft der Blitze Urgewalt dich schlugen, um dein Sein zu quälen.
Rissig ist deine Hülle nun, doch Jugend fühlst du noch im Kerne; du weißt, du hast noch viel zu tun, und außerdem grünst du so gerne.
Kann man die Kraft auch nicht erkennen, die sprießen lässt dir neue Triebe, so fühlt man doch dein inn’res Brennen, dass eins du bist mit Gottes Liebe.
copyright: Gerold Schodterer |