Generationen.jpg

Es war einer der Höhepunkte in meinem noch jungen Leben, als ich im Frühjahr 1975 die Gesellenprüfung ablegte. An das Herzklopfen kann ich mich noch heute erinnern und an die Minuten nach der mündlichen Prüfung, die zu gefühlten Stunden anwuchsen, bis endlich die Ergebnisse verlesen wurden. Dass ich durchkommen würde, hoffte ich natürlich, aber während alle anderen bei der praktischen Prüfung einen Solitärring anfertigen durften, denn einen solchen hatten wir vorher geübt, bekam ich die Aufgabe, den komplizierten Verschlussteil des Armreifens herzustellen, den ich als Gesellenstück eingereicht hatte, und darauf war ich nicht vorbereitet.


Doch dann wurde endlich mein Name aufgerufen und ich hörte: „Mit Auszeichnung bestanden!“ Das ist nun fünfundvierzig Jahre her und damals verschwendete ich keinen Gedanken daran, dass genau 100 Jahre vor meiner Gesellenprüfung mein Urgroßvater Engelbert Schodterer unsere Goldschmiede gegründet hatte, in der sowohl mein Großvater als auch mein Vater ihr Gesellenstück fertigten. 

© Foto Hofer Bad Ischl

Natürlich dachte ich auch nicht über die unzähligen Schmuckstücke nach, die in diesen 100 Jahren unsere Werkstätte verlassen hatten. Kleine Kunstwerke, die unendlich vielen Menschen Freude bereitet hatten und von Generation zu Generation weitervererbt worden waren.

 

Das heurige Jahr 2020 bietet nun allen Grund, über das und vieles mehr nachzudenken und gemeinsam mit meiner Frau zurückzuschauen, zumal sich die Gründung unserer Goldschmiede zum 145. Mal jährt.


Unsere Meisterstücke Edition 9 haben wir unserem Jubiläum und den vier Goldschmiedegenerationen widmen. Aber da uns unsere Vergangenheit eine Zukunft bereitet hat, deren Ausdruck sich in unseren Unikaten widerspiegelt, gibt es in dieser Meisterstückeausgabe auch Neues und Besonderes zu bestaunen.

Liebe Kunden und Freunde unserer Goldschmiede!

 

Dieses Jahr ist ein ganz besonderes. Das hat einerseits mit der Pandemie zu tun, die unser aller Leben ziemlich durcheinandergebracht hat, andererseits aber auch mit einem sehr erfreulichen Anlass, denn die Gründung unserer Goldschmiede jährt sich heuer zum 145. Mal.

Dieses nicht alltägliche Jubiläum wollten wir mit Ihnen allen hier in Bad Ischl gebührend feiern. „Wollten“ wohlgemerkt, denn dann kam dieser winzige Virus in unser Land und alles war anders. Unser für den Herbst geplantes Fest, das im Ischler Lehár Theater über die Bühne gehen sollte, mussten wir absagen.

Doch in den letzten 145 Jahren hat unsere Familie schon viele Krisen erlebt und bewältigt, daher lassen wir uns auch von dieser nicht vom Feiern abhalten! Die Jubiläums-Meisterstücke Edition Nr. 9 ist diesmal zu einem umfangreichen Werk herangewachsen, beinhaltet sie doch unsere 145-jährige Geschichte und zahlreiche Schmuckunikate, die sich in diese Tradition einreihen. Außerdem enthält diese Ausgabe ein besonderes Jubiläumsgeschenk für Sie, vorausgesetzt dass Sie ein Lieblingsschmuckstück gefunden haben.

Weil das Reisen aus den oben genannten Gründen noch immer nicht so einfach ist, wie es vor Corona war, präsentieren wir in dieser Meisterstückeausgabe auch Schmuckunikate aus vergangenen Jahren und bringen Ihnen sozusagen unsere Schaufenster direkt nach Hause. Natürlich haben nicht alle Unikate ihren Platz in dieser Ausgabe gefunden, deshalb bitten wir Sie, auch unsere Homepage zu besuchen.

Und hier ist nun unser Jubiläumsgeschenk für Sie

 

Da wir eben keine Möglichkeit haben, mit Ihnen allen persönlich zu feiern, überreichen wir Ihnen unser
Jubiläumsgeschenk in Form eines Rabatts von 145‰ (bzw.14,5%) auf alle fertigen Schmuckunikate,
die Sie in dieser Meisterstückeausgabe, auf unserer Homepage oder in unserem Geschäft in der Pfarrgasse finden.

Dieser Jubiläumspreisnachlass gilt bis einschließlich 1. August 2020.

Wir wünschen Ihnen spannende und anregende Stunden bei der Reise durch die Geschichte unserer Goldschmiede und hoffen, dass Ihnen unsere Unikate viel Freude bereiten.

Es ist schon ein ganz besonderes Jubiläum – der 145. Geburtstag! Ganz wenige Betriebe in unserem Land können auf eine derart lange Firmentradition verweisen.


145 Jahre Familienbetrieb Schodterer bedeutet, dass die Verantwortlichen das Unternehmen erfolgreich durch die Höhen und Tiefen der Zeit gebracht haben. Blickt man auf diese 145 Jahre zurück, so waren es äußerst bewegte Zeiten, gegründet in der Monarchie, geführt durch zwei fürchterliche Weltkriege, Ständestaat, Holocaust, durch Notzeiten und Wirtschaftskrisen! Aber auch durch Zeiten des wirtschaftlichen Wiederaufbaus, eines ungeheuren technischen Fortschritts, des Wiedererstarkens der Demokratie, also auch durch sehr gute Zeiten.


Daher ist den jetzigen Eigentümern, Euch, Karoline und Gerold, stellvertretend für Eure Vorgänger ganz herzlich für Euer unternehmerisches Engagement, für die Arbeitsplätze, die Ihr geschaffen habt und sichert, und letztlich auch für die Steuern, die Ihr zahlt, damit der Staat Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger gestalten kann, zu danken.

© OÖ Seniorenbund / Landeshauptman a.D. Dr. Josef Pühringer

Familienbetriebe sind das Herzstück eines erfolgreichen Wirtschaftslandes, denn ihre Eigentümer blicken nicht auf die Kassenbücher oder wie bei Aktiengesellschaften auf den Aktienwert des nächsten Quartals, sondern vor allem auf die nächste Generation, denen sie ein erfolgreiches und stabiles Unternehmen übergeben wollen. In Eurem Fall ist dies seit 145 Jahre gelebt worden und gelungen.


Ich gratuliere Euch zu Eurem Firmenjubiläum sehr herzlich. Danke nochmals für Euer unternehmerisches Engagement, gratuliere Euch und Euren Mitarbeiterinnen zu diesem Betriebserfolg und wünsche für die Zukunft das Allerbeste!
 

Mit lieben Grüßen
                                                                                                                                                                Euer

Hintergrund-Engelbert.jpg

145 Jahre, in denen große Träume gelebt wurden und ebenso große Träume begraben werden mussten.

Vier Geschichten

Vier Charaktere

Vier Generationen

Die ersten Aufzeichnungen zur Familie Schodterer reichen bis in die Zeit um 1700 zurück, damals noch unter dem Namen Schoder. Das handwerkliche Geschick lag wohl schon damals in der Wiege der späteren Goldschmiededynastie, denn unter den Vorvätern von Engelbert Schodterer – Gründer der Goldschmiede – findet man Johann Halmer, Maurergesöll in Nussdorf, Johann Georg Schoder, Zimmergesöll, Andreas Kerzner, Tischlermeister in Linz, und Engelberts Vater Engelbert Georg Schodterer, Buchbinder in Kirchdorf an der Krems.

Am 27. Februar 1842 wurde Engelbert Schodterer in Kirchdorf an der Krems in die bürgerliche Welt des ausklingenden Biedermeier hineingeboren. Er hat etwas begründet, das die Generationen nach ihm bewahren, vermehren und erneuern konnten.

Engelbert war vielseitig begabt, besuchte die Schule in Steyr und erlernte sein Handwerk als Gold- und Silberarbeiter bei den Goldarbeitern Dogmayr in Linz und Wien. Seine Gesellen- und Wanderjahre führten ihn in den Jahren 1860 bis 1869 zu Matthias Dogmayr nach Ischl (damals noch ohne „Bad“), in die

Werkstätte der K&K Landesbefugten Gold- und Silberschmiede Ratzersdorfer und Wenkel in Wien und ins Königreich Bayern zu Meister Eduard Quellhorst, der in seinem Zeugnis bescheinigte, „daß Herr Engelbert Schotterer [sic!] geboren zu Kirchdorf in Oberösterreich seit 7. Juni des Jahres in meinem Geschäfte, und sich während dieser Zeit sowohl durch Fleiß, Treue, Geschicklichkeit wie durch musterhaft sittliches Erlangen meiner vollsten Zufriedenheit erworben. München 17. November 1869.“

Pfarrgasse / Auböckplatz vor 1937

Da Engelbert bereits als Geselle fünf Jahre (von 1863 bis 1868) beim Goldarbeiter Matthias Dogmayr in Ischl tätig war, fiel alsbald die Entscheidung, den aufstrebenden Kurort gemeinsam mit seinem Bruder Georg, der dort die Tradition des Vaters als Buchbinder weiterführen wollte, als neue Heimat zu wählen.

Ein Auszug aus der damaligen Regionalzeitschrift „Echo aus den Bergen“ lässt vermuten, warum Engelbert Schodterer diese Entscheidung traf: „Nirgends in der Welt sind die Elemente der Geselligkeit mehr vorhanden, als in einer Badegesellschaft. Welche Unbekümmertheit trägt da jede Physiognomie, der man begegnet. Hier geht glücklicher Weise Kunst und Natur Hand in Hand […]. Daran reihen sich in würdiger Ausstattung die zahlreichen Kaufgewölbe, in denen ausgestellt ist, was des Menschen Erfindungsgeist ersonnen und seiner Hände Kunstfleiß verfertigt hat. Nicht in einer bedeutenden Stadt kann man Besseres oder Schöneres sehen.“ Auf seiner Wanderschaft hatte Engelbert Schodterer viel gesehen und gelernt, sodass er alle Techniken der Goldschmiedekunst meisterlich beherrschte. Vor allem im sakralen Bereich war er ein gesuchter Mann.

In seiner Freizeit engagierte er sich im Gesangverein, im Kirchenchor, spielte Theater und betätigte sich im Alpenverein. Die Berge waren von Kindesbeinen an seine Leidenschaft. Ein silberner Becher, der sich noch immer in unserem kleinen Privat-Museum befindet, zeugt von seinen Bergfahrten. So lesen wir: Pernsteinpyramide (1949), Radsteig, Predigtstuhl und Hütteneck (1866), Rettenkogel, Teuflin (1882) oder Vormauer und Schafberg (1893) usw.

Nach dem großen Hochwasser 1872, das bis zur Dreifaltigkeitssäule am Linzer Hauptplatz vorgedrungen war und an der Säule großen Schaden verursacht hatte, wurde er für die Renovierung der Goldschmiedearbeiten beauftragt. 1875 eröffnete Engelbert Schodterer sein eigenes Juweliergeschäft im Pfarrhof am Kaiser Ferdinand Platz in Ischl (heute Auböckplatz). 1878 heiratete er seine Cousine Marie Sidonie, Tochter des Schullehrers Franz Krumpöck aus Mähren.

Ab 1881 stand er seiner neuen Heimat auch als Ratsbürger und Vizebürgermeister mit Schaffenskraft und Ideenreichtum zu Diensten. Als Wasserreferent wurde er zu einem der wichtigsten Wegbereiter der „Wildenstein-Hochquellenleitung“ (1895), die auch heute noch einen großen Teil der Ischler Wasserversorgung bewältigt. Als Dank für diese so wichtige Leistung „hat die Stadt Ischl dem Juwelier Engelbert Schodterer die Ehrenbürgerschaft verliehen und demselben einen Springbrunnen in den Garten setzen lassen“, der noch heute an sommerlichen Tagen seine Funktion erfüllt und die Erinnerung an eine zukunftsweisende Tat wachhält.

Mit dem Bau der „Villa Schodterer“ im Jahre 1888, die viele Sommer lang vor allem als „Gästehaus“ für die zahlreichen herrschaftlichen Kurgäste diente und in den Herbstmonaten ein Treffpunkt für Musik- und Literaturbegeisterte war, schuf er ein Bauwerk, das noch heute zu den schönsten Villen in Bad Ischl zählt. Seit 2018 wird ein Teil der neu renovierten Villa wieder dem ursprünglichen Zweck zugeführt und beherbergt Gäste aus aller Welt, die das Salzkammergut besuchen.

Am 18. August 1900 wurde Engelbert Schodterer von Kaiser Franz Josef I. für seine großen Verdienste um das Gemeinwohl mit dem Silbernen Kaiserbecher und dem Kaiserlichen Verdienstkreuz geehrt.

Villa Schodterer Bad Ischl - Apartments

Dreifaltigkeitssäule - Linz

© Thomas Ledl - Wickipedia

Villa Schodterer in Bad Ischl

© Wolfgang Stadler, Bad Ischl

Im Jahre 1879 erhielt Engelbert Schodterer den Auftrag, die Tabernakel-Türen für den 1878 neu errichteten Hochaltar der Pfarrkirche zu St. Nikolaus anzufertigen. In der Prohaska Chronik ist dazu Folgendes zu lesen: „Vor dem Krieg weilte in Ischl mit größter Liebe und Anhänglichkeit Herzog Phillip la Renotiere Ferrari. Der Herzog galt allgemein als Sonderling, besonders wegen seiner Gewohnheit, unter Kinder Geld zu werfen, weshalb er heute noch im Volksmunde als ‚Geldausschmeißer‘ fortlebt. Dem Prälaten Weinmayr hatte Ferrari eine Summe von 12.000 Gulden gegeben zur Erbauung des jetzigen Hochaltars und Tabernakels in der Pfarrkirche zu St. Nikolaus.“

Die Tabernakel-Türen werden von vier großen Ornamentfeldern und sechs kleinen, schlichten Feldern, in die längliche Labradorite eingelassen sind, verziert. Mit Türkisen, Amethysten, Almandinen und Topasen besetzte Zierschrauben verbinden die handwerklich aufwendige Silberarbeit mit den stahlgefütterten Holztüren. Das Türschloss ist so geschickt eingearbeitet, dass es einer genauen Kenntnis bedarf, um es zu finden. Die Mittelspange, die von einem ovalen Badbaradscha (orangefarbener Saphir) dominiert wird, den die Kirche von einem unbekannten Spender erhielt, wurde erst später eingesetzt. 

Für die Anfertigung benötigte Engelbert Schodterer 181 Tage. An Material verwendete er 4.765 Gramm Silber, 14 ½ Dukaten für die Feuervergoldung, 80 Türkise, 8 Amethyste, 8 Topase, 8 Almandine und 6 Labradorite. Der Preis betrug damals 1.845 Gulden.

Tabernakeltüren - Pfarrkirche St. Nikolaus / Bad Ischl

Missale

Kelch für Prälat Franz Weinmayr

Im Jahr 1909 erhielt Engelbert Schodterer den Auftrag, zum 50-jährigen Priesterjubiläum des Prälaten Franz Weinmayr einen Messkelch zu fertigen. Der Auftraggeber war Ludwig Edler von Reithoffer, Großindustrieller, Bürger von Wien, Ehrenbürger von Bad Ischl und Ritter des Franz-Joseph-Orden. Sechs mit Diamant-Rosen umrandete Emailbilder – Christus am Kreuz, die Madonna, die Namenspatrone des Jubilars und des Spenders sowie die Patrone des Tages der Priesterweihe und der Primiz – zieren den Kelch.

1882 entwarf Engelbert Schodterer den Einband für ein Messbuch, das er gemeinsam mit seinem Bruder Georg, dem Buchbindermeister, für eine Handwerksausstellung anfertigte und das „am allerhöchsten Geburtsfeste Seiner Majestät, am 18. August 1882 zum ersten Male in Gebrauch genommen wurde.“

Auszug aus dem Brief des Herrn Ludwig, Edler von Reithoffer an Juwelier Engelbert Schodterer, vom 7. Mai 1909: „In höflicher Erwiederung Ihrer Zeilen vom 5. teile ich Ihnen freundlichst mit, dass ich mit Ihren Vorschlägern vollständig einverstanden bin. Den Kelch wollen Sie bis zu meiner am 1. Juni erfolgenden Ankunft in Bad Ischl bei Ihnen behalten, wir können alles weitere besprechen. Sehr erfreut hat mich Ihre Mittheilung über das gebesserte Befinden unseres hochwürdigen Herrn Prälaten, und wünsche ich nur, dass ich Ihn bei meiner Ankunft schon vollständig gesund und gekräftigt werde begrüßen können.  Mit den besten Grüßen an Ihre geschätzte Frau Gemahlin zeichne ich hochachtungsvoll Ludwig Edler von Reithoffer”

Zu den einzigen von ihm gefertigten Schmuckstücken, die im Salzkammergut heute noch zu finden sind, zählen mit feinster Filigranarbeit reich verzierte Kropfketten. Der Grund dafür dürfte ein wirtschaftlicher sein, wie in Alfred Komareks Salzkammergutbuch auf Seite 190 zu lesen ist: „Lange Zeit“, so heißt es hier, „hatten die einfachen Bewohner des Salkammergutes eine eigentümliche Beziehung zum Geld, nämlich keine. Das Salzamt zahlte überwiegend in Naturalien. Als dann, spät und spärlich genug, Bares unter die Leute kam, gab es keine Geschäfte, deren Preise sich Pfannhauser, Knappen oder Holzfäller leisten konnten.”

Leisten konnten sich wertvolle und somit auch teure Schmuckstücke hauptsächlich Gäste und „Höhere Herrschaften“, die im Sommer den Kurort bevölkerten. Zeichnungen und Entwürfe von diamantbesetzten Schmuckstücken, wie sie damals gefertigt wurden, gibt es genug, die Schmuckstücke selbst sind wohl mit den Gästen in ferne Lande verschwunden.

1911 legte Engelbert Schodterer die Geschicke der Goldschmiede in die Hände seines Sohnes Robert, der das Erbe des Vaters weiterführte. Damals ahnte dieser noch nicht, dass die guten Jahre bald vorbei sein würden und er dazu bestimmt war, den Betrieb durch eine von Schmerz und Armut gezeichnete Zeit zu führen.

 

1923 starb Engelbert Schodterer nach einem arbeits- und erfolgreichen Leben, in dem er den Grundstein für eine Goldschmiededynastie legte, die vier Generationen überdauern sollte.

Hintergrund Robert I.jpg

Am 27. März 1881 wurde Robert Schodterer als ältester von drei Kindern in Bad Ischl geboren – hinein in eine äußerst betriebsame Zeit des Aufbaus. Gemäß dem Wunsch seines Großvaters Franz Krumpöck sollte Robert den Lehrerberuf ergreifen. Seine Lernschwierigkeiten in der K.K. Oberrealschule in Linz, die man heute als „Legasthenie“ bezeichnen würde, vereitelten dies jedoch und so trat er 1897 die Lehre bei seinem Vater an. Bei Meister Friedrich Hirsch in Wien verfeinerte er bis 1901 seine handwerklichen Fertigkeiten.

Ein Brief an seinen Vater lässt uns die damalige Lehrzeit nachempfinden: „Lieber Vater! Ich will Dir nur mittheilen, daß ich mit dem Fassen fertig bin. Mein Lehrer war mit mir sehr zufrieden, und ich mit ihm. Er gab sich alle Mühe alle möglichen Arten der Fasskunst beizubringen, was er, wie er sagte, einem Anderen nicht gezeigt hätte.“

Bis zur Übernahme der Goldschmiede im Jahr 1911 arbeitete er gemeinsam mit Engelbert und übernahm die Traditionen seines Vaters. 1914-1918 diente er, wohl aufgrund seiner guten Französischkenntnisse, in der Grenzschutzkompanie in Feldkirch, wurde nach Südtirol und Pilsen abkommandiert und überlebte leicht verwundet die Schlacht am Isonzo. Während dieser Zeit führte sein Vater die einzige Goldschmiede des Bezirks weiter, zumindest soweit dies möglich war. Verbrauchte Materialien konnte er kaum noch nachkaufen und die Inflation vernichtete einen Großteil des Barvermögens. In einem Brief von Engelbert an Robert aus dem Jahr 1917 ist zu lesen: „Ich fürchte ohnehin, daß es mit der Arbeit nicht so glatt abgehen wird, da mir das Silber jedenfalls zu wenig, und ich weiß noch nicht, ob ich Ersatz bekomme, noch zu welchem Preis.“

Den Zusammenbruch der Monarchie erlebte Robert Schodterer in der sicheren Heimat. 1920 heiratete er die Verkäuferin Franziska Fuchshofer aus Salzburg. Aus der Ehe sollten zwei Kinder hervorgehen.

Mit dem Untergang der Monarchie verschwanden auch die adeligen Kundschaften der Goldschmiede aus Ischl. Während der Weltwirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit der Zwanziger- und Dreißigerjahre gelang es Robert Schodterer nur mit Mühe und Not, Haus und Geschäft zu erhalten. Das Einzige, was nach den Kriegsjahren zur Genüge zur Verfügung stand, war Zeit – diese Zeit nutzte Robert, dem eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe, unendliche Geduld und eine große Liebe zur Natur innewohnten, um seinen unverkennbaren Jagdschmuck zu entwickeln. Feine Eichenlaubblätter wurden hergestellt und zu Schmuckstücken zusammengefügt, die aussahen, als wären sie natürlich gewachsen. Nicht einmal die Eichelhülsen fehlten, die noch eine Zeit lang am Baum verbleiben, nachdem die Kerne bereits abgeworfen sind.

Mit dem spärlichen Lohn aus der Arbeit für die bäuerliche Bevölkerung der Umgebung, die ihm Silbermünzen und Jagdtrophäen brachte, konnte er seine Familie in den Nachkriegsjahren gerade so über Wasser halten. Auch die Filigrantechnik war für die von Armut und Entbehrungen geprägte Zeit ideal, da mit wenig Materialeinsatz gearbeitet werden konnte. Er brachte diese Technik zur Meisterschaft und fertigte sogar größere Gegenstände, wie beispielsweise eine vollkommen transparente Schatulle.

Robert Schodterer begann die ornamentalen Entwürfe seines Vaters Engelbert wieder hervorzuholen, entwickelte Schablonen und es entstanden erste handgefertigte Kleinserien. Auch wenn es die Umstände nicht erlaubten, sich durch herausragende Stücke einen guten Namen zu machen, war die Vorarbeit für den späteren „Original Ischler Jagd- und Trachtenschmuck” – vor allem in Form von Zeichnungen – eine sehr wesentliche und wichtige.

1937 verlegte er die Goldschmiede vom alten Pfarrhof am Auböckplatz in das in der Pfarrgasse gelegene Rathaus, wo sie sich noch heute befindet.

1939 erschütterte der zweite große Krieg die Welt und die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich dramatisch. Das Geschäft musste 1943, weil „nicht kriegswichtig“, stillgelegt werden und durfte nur an einem Tag pro Woche für Reparaturen öffnen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war es mit der „Sommerfrische“ erst einmal vorbei. Gut betuchte Sommergäste blieben fern und die Stockwerke der großzügig erbauten Villa des Vaters wurden in kleine, vermietbare Einheiten unterteilt, um finanziell über die Runden zu kommen. Während des Neubeginns nach dem Krieg berfand sich ein Schild mit folgender Aufschrift im Schaufenster der Goldschmiede: „Wir fertigen Schmuck aus mitgebrachtem Material.“

Am besten sind wohl die Worte von Alfred Komarek geeignet, um die Zeit der Kriege und ihre Auswirkungen auf das Salzkammergut zu beschreiben:

„Den Ersten Weltkrieg hatte das Salzkammergut mit argen Schrammen, aber einer intakten Identität überlebt. Sogar ein ganz klein wenig kaiserlich ging es noch zu. Der nächste große Krieg hatte auch mit dem letzten Abglanz einer schönen Vergangenheit Schluss gemacht. Es gab die große Welt nicht mehr, welche die eleganten Luxushotels mit Leben hätten erfüllen können, und das Salzkammergut der Künstler, der Mäzene, der Bohemiens, der mutigen Investoren und der unterhaltsamen Bankrotteure war zerflattert. Zurück blieb eine Landschaft, schön wie eh und je, zurück blieben leere Villen, herrschaftliches Gemäuer, mit dem niemand etwas Rechtes anzufangen wusste.“

Im April 1949 starb Robert Schodterer an Herzversagen, er erlebte das Wirtschaftswunder der Fünfzigerjahre nicht mehr. Sein Leben war von den Entbehrungen zweier Weltkriege gezeichnet. Seine Bescheidenheit und das Durchhaltevermögen machten es möglich, dass sein Sohn Robert, der mit 28 Jahren gegen Taschengeld Geschäftsführer des Witwenbetriebes wurde, das Erbe seines Vaters antreten und die Goldschmiede aus den Kriegswirren in eine bessere Zeit führen konnte, anfangs noch gemeinsam mit seiner Mutter.

Hintergrund Robert II.jpg

1935-1939 erlernte er bei seinem Vater das Goldschmiedehandwerk, 1940 und 1941 besuchte er die Uhrmacherschule in Wien und drückte gemeinsam mit Elfriede Ott die Schulbank. Er hatte jedoch keine Gelegenheit, diese Berufsausbildung abzuschließen, da er Ende 1941 zum Kriegsdienst eingezogen wurde. 1945 kurz vor Weihnachten kam Robert Schodterer II nach einer abenteuerlichen Flucht aus Ostfriesland wieder zurück nach Ischl, lernte seine spätere Frau Elfriede kennen und heiratete sie im September 1946. Dieser Ehe entstammen vier Söhne.

Auch für ihn war anfangs Zeit sein größtes Kapital. Sein Vater lehrte ihn hinzuschauen und zu beobachten. Bei Robert fiel dies auf fruchtbaren Boden. Sein Sohn Gerold erinnert sich: „Mit ihm in die Natur zu gehen war eine einzige Lehrstunde. Jede Blüte kannte er nicht nur mit dem volkstümlichen Namen, auch die lateinischen Namen sowie die Erklärung der Pflanze folgten.“ In seiner Jugend hat er nicht nur die Liebe zur Natur, sondern auch seine Faszination für Musik und Lyrik entdeckt.

1921 wurde Robert Schodterer II in Bad Ischl geboren – hinein in eine Welt, die vom Ersten Weltkrieg noch schwer gezeichnet war. 

© Foto Hofer Bad Ischl

Soldanella alpina - Alpen-Soldanelle

Für Robert Schodterer II war es nicht selbstverständlich, die Goldschmiede des Vaters zu übernehmen. Er war vielseitig musisch begabt, spielte hervorragend Klavier, komponierte eigene Musikstücke und schrieb Gedichte. Fähigkeiten und Wünsche hatte er mehr als genug und so stand er letztendlich vor der Entscheidung, Musik und Philosophie zu studieren oder den väterlichen Betrieb zu übernehmen.

Die Goldschmiede für seine eigenen Nachfolger zu erhalten und ein vermutlich aus den Kriegsjahren herrührendes, starkes Bedürfnis nach Sicherheit gaben schließlich den Ausschlag, und so trat er 1949 das Erbe seiner Väter an.

Die ornamentalen Zeichnungen des Großvaters wie auch die Schablonen, die sein Vater gefertigt hatte und die ihm schon aus seiner Lehrzeit bestens bekannt waren, dienten ihm nun als Vorlage für den „Original Ischler Trachtenschmuck“, dessen Serienfertigung er alsbald begann. Über die Heimatwerke fand dieser Schmuck seinen Weg zu Liebhabern in ganz Österreich. 1957 erhielt er sogar die Erlaubnis der Stadtgemeinde, künftig das Stadtwappen für seinen Schmuck und alles, was damit zu tun hat, zu verwenden.

Ehrenring der Operettengemeinde

Aus seiner Hand stammt eine Reihe verschiedener Ehrenringe. Zu den Auftraggebern gehörten die Stadt Bad Ischl, der Männergesangverein 1845, die Gemeinden Obertraun, Bad Goisern und St. Wolfgang, die Bürgerkapelle, die Operettengemeinde und viele mehr.

Neben dem Trachtenschmuck fertigte er auch Stücke, die dem kommerziellen Geschmack dieser Zeit gerecht wurden. Blütenschmuck, Schnörkelornamente oder Solitär- und Reihenringe interessierten ihn weniger wegen ihrer Form als vielmehr aufgrund des wirtschaftlichen Aspekts, der dabei im Vordergrund stand.

Der Original Ischler Trachtenschmuck

In der Zeit der Erneuerung und des Aufbaus nach 1960 

begann auch Robert Schodterer II etwas Neues für sein Schmuckschaffen zu ersinnen. Er erprobte völlig neue Techniken, die Gold und Silber als „lebendiges Metall“ in den Mittelpunkt rückten.

1970 fasste er seine Gedichte im Lyrikband „Dohlenspirale“ zusammen. Einige dieser Gedichte wurden von Margit Szekly vertont. Drei seiner Gedichte wurden dem Scheibl/Holzmeister-Buch „Lob eines schönen Landes“ eingefügt, und darüber hinaus finden wir ihn im Sammelband „Brennpunke“, den die Österreichische Verlagsanstalt anno 1971 publizierte. Seine Stimme erklang zuweilen auch über den ORF. „Goldschmied und Poet dazu“ war der Titel der Sendung.

Das Herstellen von Schmuck wurde zu einem Spiel mit Material, Werkzeug und intuitivem Wirken. Auch besondere Edelsteine lösten in vielen Fällen den allgegenwärtigen Diamanten ab. Seine geheime Leidenschaft gehörte nun dem modernen Schmuck, den er vorerst nur für Freunde und Familienmitglieder mit großer Begeisterung gestaltete, mit dem er sich jedoch nach und nach einen Ruf als Goldschmiedemeister für das Besondere erarbeitete.

DOHLENSPIRALE

Schatten, gehoben von Gipfeln:
grün gesäumt die Türme im Blau.
Darunter das Schattenzelt
voll Ahnung und Nacht.
Der Mittag im Glanz.
Fallspur der Schwerkraft überwunden
in luftiger Dohlenspirale.

Windflammen flackern:
die Sterne der Anemonen auf Dunkelgrün.
Von Waldufern her brandet würziger Duft.

© Robert Schodterer

Der Trachtenschmuck und die Reparaturwerkstätte wurden aus einer Mischung von Traditionsverbundenheit und Sicherheitsbedürfnis weitergeführt.

1982 trat Robert Schodterer II in den verdienten Ruhestand.

 

Erst jetzt wandelte er seine „Leidenschaft“ für moderne Schmuckgestaltung in eine „Liebschaft“ um. In heimeliger Umgebung – nämlich mitten im Wohnzimmer – entstanden Schmuckstücke und Objekte, die er mit lyrischen Texten verband. Die Lötarbeiten wurden sehr zum Leidwesen seiner Frau Elfriede in der Küche durchgeführt. Verschiedene Krankheiten, vor allem aber die starke Einschränkung seiner Sehkraft, beendeten diese Schaffensperiode leider viel zu früh. Hin- und hergerissen zwischen Tradition und Neubeginn, schuf er durch seine Experimentierfreudigkeit und Neugierde ein Fundament, auf welchem sein Sohn Gerold aufbauen konnte.

Entwurfszeichnung Robert Schodterer II

GRÜNE INSEL IM STROM

Scharfgestellt von der Linse des Auges die grüne Insel im Strom
gegenströmende Wellenstruktur im Kreis umschlossen die Hälften:

 

Wurzel und Wolkenstreif erfasst von klarem Bewusstsein
verwandelnd verwandelt. Unlöschbar in der Gegenwart.
Immer rückholbar jeder Herzschlag, freilich auch manche Träne: 

 

Doch vom gereifteren Lichte versöhnt. Versöhnungslicht:
Brücke von Ufer zu Ufer geführt in Deine gelassene Ebene.

 

Noch beben veratmete Stürme und hämmert williges Herz 
zu gleißendem Goldstreif vom Horizont bis in den Wolkenhumus.
Wirf deinen Abendanker, denn ungewiss sind die Rufe der Nacht.

© Robert Schodterer

Robert Schodterer II – 1985
Brosche / Silber / 14 kt. Gold / Smaragd / Brillanten

Robert Schodterer II – 1975
Anhänger / 14 kt. Gold / Zoesit
Rubine / Brillanten / Biwaperle

RUBINMUSIK

Ein neues Instrument ist hier erwacht.
Im Morgenlicht ersonnen,
schon ist vorbei die stumme Nacht.
Horch auf das Musenlied.
Es hat im Wolkenzug ganz leise schon 
von Stern zu Stern begonnen.

© Robert Schodterer

KOSMOS AM WEG

Dachsteinmarmor
von kosmischen 
Zeithebelkräften gefaltet.
Bruchstück
Materie
Kreislauf
Struktur-Element
Planetenbaustein.
Offenes Fenster nach innen 
in das Tiefengeheimnis,
fast zeitlos fließt 
als Silberstrom 
zwischen Edelkristall 
und Urmeer-Goldammonit.
Darüber schweben 
die Zeichen der Einheit
von Mikro- und Makrokosmos.

© Robert Schodterer

Robert Schodterer II – 1985
Objekt / Silber / Dachsteinmarmor / Smaragdsäule / Ammonit

WURZELMEER

Ob Wachsen als Atomstruktur
in Härte Steins, Gebirgs

und vulkanisch explosiv,
oder ausgesandt vom Wurzelmeer

zu kräftig weitem Ästegitter.

 

Die Netze der hochgesteckten
Tangentenhände in der Mitte

tragen den Abendsonnendiamant,
Baumarme halten Blütenwellen.

 

Die Kristalle verstrahlen Farbenpfeile
Licht und Dunkel aus dem Grund.

 

© Robert Schodterer

Robert Schodterer II – 1987
Brosche / Silber / 14 kt Gold / Brillanten

Unser Vater ging in Frieden und versöhnt mit allem aus unserer greifbaren irdischen Welt. Er war – die Weltenuhr betrachtend – nur ein Sekündchen hier. Für unser Menschen-Zeit-Verständnis hatte er ein langes und erfülltes Leben. Er hat vieles in seinem Leben zur Vollendung gebracht. Das Leben hat er in all seinen Facetten kennengelernt, er hat innigst und leidenschaftlich geliebt, er hat im Krieg unsagbares Leid erlebt, er hat das Erbe seiner Väter weitergetragen, auch wenn es ihm schwergefallen ist. Er hat aber auch seinem inneren Bedürfnis nach Schönem in seiner Musik und seinen lyrischen Texten und Gedichten Ausdruck verliehen.

Manchmal erschien er uns weit entfernt, entrückt in eine andere, tönende, lächelnde Welt. Er schwebte in seinen eigenen Klängen, die nur er hören konnte, durch Raum und Zeit. In seinem „Schweben“ war er für uns oftmals ein ruhender Pol der Langsamkeit. Allein durch sein Dasein vermittelte er Ruhe und Gelassenheit, wie ein Lied ohne Worte. Vor seinem Heimgange hatte er jedem in unserer Familie  in seiner liebevollen Weise Anerkennung und Wertschätzung entgegengebracht, und damit auch die Möglichkeit, in seinem Gedenken mit Freude und Zuversicht weiterzuleben. In uns bleibt er als liebender, weiser und lehrender Freund lebendig.

Robert Schodterer II – 1999
Kreuzstein – Herkimer Quarz / Silber / 14 kt. Gold / Bergkristall

Hintergrund GS-weiss-hellgrau.jpg

1975 – also genau 100 Jahre nachdem Engelbert Schodterer die Goldschmiede gegründet hatte, beendete Gerold Schodterer seine Lehrzeit mit ausgezeichnetem Erfolg.

1980 legte Gerold Schodterer in Linz bei Adolf Drobny, einem der begnadetsten Goldschmiede Oberösterreichs, seine Meisterprüfung ab.

© Foto Hofer Bad Ischl

An einem Sonntag im Jahr 1956 wurde Gerold Schodterer im Zeichen des Löwen in Bad Ischl geboren. Die Fähigkeit, neue Wege zu gehen, sich durchzusetzen und sich in jeder Lebenslage das Lachen zu bewahren, wurden ihm in die Wiege gelegt. Das Glück und der „Zufall“ gehören zu seinen ständigen Begleitern.

Die Volks- und Hauptschulzeit zählte nicht gerade zu seinen „Sternstunden“, war er doch stets ein zu kreativer Geist, um sich in das lineare Gefüge eines Schulalltags einzugliedern. Erst während der Lehrzeit durfte er unter der fachkundigen Führung seines Vaters sein kreatives Potential voll entfalten.

1977 heiratete er Karoline Kogler, eine gebürtige Kärntnerin, die in Bad Ischl die fünfjährige Fachschule für wirtschaftliche  Frauenberufe besucht hatte und nun seit 1978 im Betrieb der gute Geist im Hintergrund ist.

Zum wirklichen Meister wurde er allerdings erst Jahre später. Wie es dazu kam sei hier kurz erzählt:

Meisterstück - Gerold Schodterer 1980

Gesellenstück - Gerold Schodterer) 1975

Die Meisterprüfung ist eigentlich nicht wirklich von Bedeutung, sie dient nur dazu, den Titel tragen zu dürfen. Das ist wie beim Führerschein, man darf fahren, aber vom Können ist man noch meilenweit entfernt. Zum Meister bin ich erst Jahre später geworden, als ich 1988 den Auftrag von der Gattin eines Goldschmiedes bekam, zum 60. Geburtstag ihres Mannes eine Schmuckdose anzufertigen. Sie sollte ein ganz besonderes Stück für seine umfangreiche Dosen-Sammlung werden.

Es war allerdings nicht irgendein Goldschmied, für den ich arbeiten durfte. Prof. Walter Mican (1928-2006) – Goldschmiedemeister, Gemmologe, Diamantengutachter, allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger und Korrespondent des Naturhistorischen Museums – also DER Sachverständige in Österreich, wenn es um die Begutachtung und Bewertung von Schmuckstücken und Goldschmiede-Kunstwerken ging. Er war einer der wenigen, die befähigt waren, Schätzungen für die Wiener Schatzkammer auszuführen.

Ich fertigte für ihn eine goldene Dose, deren Deckel als Brosche getragen werden kann und der die Familiengeschichte darstellt. Im Mittelpunkt eine Halbkugel aus Türkis und Aventurin, die Monatssteine für den Jubilar und seine Ehefrau, eingebettet in die Familie – die Tochter, ihr Ehemann und die beiden Enkelkinder –, die ebenfalls durch die entsprechenden Monatssteine (Opal, Chrysopas und zwei Aventurine) symbolisiert sind. Ein Mosaik aus 60 verschieden großen Altschliffdiamanten steht für 60 Lebensjahre des Jubilars und stellt einige seiner Charaktereigenschaften dar: Facettenreichtum, Beständigkeit, Aufrichtigkeit und Vertrauen ins Leben. Der Name Diamant leitet sich vom griechischen Wort „adamas” ab, das bedeutet „der Unbezwingbare” und steht damit ebenfalls symbolisch für die Lebensart des Jubilars, der in einem Interview von sich sagte: „Als ich anfing, hatte ich vom künftigen Erfolg keine Ahnung. Ich gab immer das Beste, was ich geben konnte. Die Freude am Werk ist meine Antriebskraft.

Das Innenleben bildet ein herausnehmbarer Boden, der als Kragenspange getragen werden kann. Auf einem Türkissockel im Mittelpunkt thront der Heilige Eligius, der Schutzheilige der Goldschmiede. An seinem Gürtel ist eine weißgoldene Goldschmiedelupe an einer Goldkette befestigt, deren Glas ein lupenreiner Brillant ist. Ein Symbol für Micans Tätigkeit als Gutachter. Rund um den Sockel, der gleichzeitig der Mechanismus für das Herausnehmen des Bodens ist, sind unterschiedlichste Edelsteine gestreut: Diamant, Smaragd, Saphir, Rubin, Granat, Topas, Aquamarin und Turmalin, stellvertretend für unzählige Edelsteine, die durch die Hände des Gemmologen wanderten.

Einige Tage nach dem Geburtstagsfest Walter Micans klingelte das Telefon. Als ich den Hörer abnahm, war einige Sekunden lang Stille am anderen Ende der Leitung. Als ich schon auflegen wollte, kam aus dem Hörer ein einziges Wort: „Meister!”

Mit diesem einen Wort hat mich Prof. Walter Mican zum wirklichen Meister erhoben. Es hat mich darin bestärkt, Unikate zu schaffen, von denen jedes für sich eine Besonderheit darstellen. Es ist dabei gleichgültig, ob es sich um ein größeres oder in kleineres Werk handelt.

Noch in Zusammenarbeit mit dem Vater wurde die Goldschmiede-Werkstätte 1981 ins Souterrain der Villa Schodterer verlegt und die Produktion des „Original Ischler Trachtenschmucks“ weiter ausgebaut. Als Gerold 1982 gerade überlegte, im Ausland zusätzliche berufliche Erfahrungen zu sammeln, erkrankte sein Vater schwer und Gerold und Karoline Schodterer wurden mehr oder weniger gezwungen, den Betrieb mit allen Traditionen und Bindungen von heute auf morgen zu übernehmen.Es gab keine Nachdenkpause, „Wollen wir, oder wollen wir nicht?“ – der sprichwörtliche „Sprung ins kalte Wasser“ war unvermeidlich. Rückblickend betrachtet war es das Beste, was dem jungen Paar geschehen konnte, denn die Herausforderung schweißte zusammen und einte die Kräfte.

Damit begann eine intensive und arbeitsreiche Zeit, galt es doch, das Erbe der Väter verantwortungsvoll und bewusst zu verwalten. Dabei geriet die Faszination ins Hintertreffen, welche die moderne, individuelle Schmuckgestaltung seit jeher auf Gerold Schodterer ausübte. Der Werktisch blieb für einige Jahre verwaist, da es galt, Kunden in ganz Österreich zu betreuen.

In den ersten Jahren nach der Betriebsübernahme wurde die Trachtenschmuckerzeugung, zu diesem Zeitpunkt die wichtigste Einkommensquelle, immer stärker rationalisiert. Ein vorher noch nie dagewesener „Trachtenboom“ und damit verbunden eine ständig wachsende Nachfrage ließ den Betrieb auf 15 Mitarbeiter anwachsen. Auch die Nachbarländer Bayern und Südtirol wurden beliefert und zwei Handelsvertreter extra eingestellt. Der Erfolgsdruck wuchs enorm.

1990 gelang es einen Raum neben dem Geschäft in der Pfarrgasse, in welchem die Sicherheitswache untergebracht war, anzumieten. Das Geschäft wurde vergrößert und mit großem Einfühlungsvermögen in Zusammenarbeit mit dem Architekten Paul Adler in das heute nach 30 Jahren immer noch einzigartige, moderne und richtungsweisende Erscheinungsbild gebracht. Für viele Kunden war dies jedoch zu modern. Die Aussage einer betagten Kundin: „Jetzt ist alles hier amerikanisch!“ brachte die Reaktionen der einheimischen Bevölkerung auf den Punkt.

1991 war der Höhepunkt des Trachtenbooms erreicht, mehr Rationalisierung in der Erzeugung war kaum noch möglich, immer mehr Hersteller sprangen auf den „Trachten-Zug“ auf und die Preise verfielen. Hinzu kam eine durch die „Trachtenerneuerung“ einsetzende Stagnation der Tracht. Gerold und Karoline Schodterer erkannten, dass der vom ornamentalen und geschichtlichen Hintergrund hochwertige Trachtenschmuck durch billige Preise und gesteigerte Stückzahlen Gefahr lief, zu billiger Massenware zu verkommen. So beschlossen sie, die Produktion vorerst für den Großhandel einzustellen.

Goldschmiede Schodterer, Pfarrgasse 11

Bis 1993 wurde noch für Privatkunden Trachtenschmuck erzeugt, ab dann war endgültig Schluss. Seither zählt der „Original Ischler Trachtenschmuck“ zu den Antiquitäten und ist damit wieder etwas ganz Besonderes geworden. Im selben Jahr wurde die Goldschmiedewerkstätte zurück in die Pfarrgasse verlegt, wodurch die vierte Goldschmiedegeneration zu den ursprünglichen Wurzeln zurückkehrte.

Das Handwerk und die künstlerische Gestaltung rückten in den Mittelpunkt und die moderne Schmuckgestaltung, die ebenso wie beim Vater bislang eine geheime Liebe gewesen war, wurde in den Vordergrund gestellt. Nicht mehr Vergangenheit sollte produziert werden, sondern Zukunft. Viel Zeit wurde in Weiterbildung investiert. Um die Veränderung zu kommunizieren, gabe es für einige Jahre sogar ein Maskottchen Namens „Schodty” – ein rasanter Zeichenbleistift, der für so manch einen lockeren Spruch gut war, der eine oder die andere wird sich sicher noch daran erinnern.

Für Gerold Schodterer war nun die Zeit gekommen, endlich das zu tun, wofür sein Herz schon immer gebrannt hatte. Vollkommen neue Formen finden, den Spannungen der verschiedenen Metalle und den strukturellen Eigenheiten der Kristalle nachgeben, eintauchen in eine Welt der Phantasie.

AUGENBLICK - Sekunde, die ein Leben formt

(eines der ersten Schmuckunikate von Gerold Schodterer)

Nach dieser völligen Neuorientierung wurde für Gerold und Karoline Schodterer erstmals spürbar, was es heißt, an alten Traditionen zu rütteln. Loslassen war notwendig: loslassen von Kunden, die nicht mehr folgen wollen, loslassen von wirtschaftlichen Ängsten, loslassen von Zweifeln.

All das hat sich gelohnt. Tausende Unikatschmuckstücke verließen die Werkbank und fanden Besitzerinnen in der ganzen Welt. Das handwerkliche Können und der Ideenreichtum gereichten zur Perfektion und machten die Goldschmiede weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt.

© Wolfgang Stadler Bad Ischl - Nestroy-Ring-Erni Mangold 

Die Tradition besondere Ehrenringe zu gestalten hat Gerold von seinem Vater übernommen und zur Meisterschaft gebracht. Mit der Konzeption des Johann-Nestroy-Rings der Stadt Bad Ischl hat er erstmals einen Unikat-Ehrenring geschaffen, der einerseits mit einigen immer gleichen Elementen die Stadt Bad Ischl ehrt und sie mit den Fähigkeiten Nestroys verbindet und andererseits dem jeweiligen Preisträger eine ganz persönliche individuelle Bühne bietet, die sein Schaffen symbolisiert. Seit 2005 wird der Johann-Nestroy-Ring im Zweijahresintervall von der Stadt Bad Ischl und der Internationalen Nestroy-Gesellschaft an herausragende Künstlerpersönlichkeiten verliehen, deren Werk im Sinne Nestroys zu sehen ist. 

In persönlichen Gesprächen mit dem jeweiligen Preisträger entsteht ein einzigartiger Ehrenring, mit dem Persönlichkeiten wie Erwin Steinhauer, Karlheinz Hackl, Peter Turrini, Karl Markovics, Nicholas Ofczarek, Michael Niavarani, Frau Prof. Erni Mangold sowie Dir. Herbert Föttinger ausgezeichnet wurden und im Jahr 2020 - am 25. Oktober - der Schriftsteller Michael Köhlmeier geehrt werden wird.

Viel hat sich verändert in mir, seit ich den Weg meines Herzens gehe. Mein Beruf ist zu einem intensiven Lernprozess in Sachen ‚Leben Lernen‘ geworden. Meine Erfahrungen und die Freude, die mich mit jedem neuen Schmuckstück verbindet, kann ich den Menschen weitergeben, die sie tragen. Ich danke meinen Vätern, dass sie mir diesen Weg ermöglicht haben. Sie haben begründet, bewahrt und die Freiheit so vorbereitet, dass ich mit Freude das Erbe annehmen und in eine eigenständige phantasievolle Zukunft gehen konnte. Sie haben mir aber auch die Kraft verliehen, loszulassen und den Mut aufzubringen, in der vierten Generation das Werk zu beschließen.

SYMPHONIE DES LEBENS

Ihre Klänge erzählen von den Wellen und Wogen,
von ihrem Gleichklang mit der Sonne und mit den Stürmen, die toben,
von ihrem Gleichmut, sich in alles zu fügen.
Für sie gibt es keine Wahrheit, noch gibt es Lügen.

Ihre Klänge erzählen von sengenden Flammen, 
von ihrer überwältigenden Kraft, die einer Urmacht entstammen, 
von ihrer Macht des Vernichtens, vom Brennen und Glüh’n.
Von Katastrophen und von darauffolgendem Blüh’n.

Ihre Klänge erzählen vom polaren Vereinen,
von blau-sanften Wellen, auf denen Flammen erscheinen,
von harmonischem Einklang von Weisheit und Kraft.
Es ist die Liebe, die Neues erschafft.

© Gerold Schodterer (aus dem Gedichtband NATURGEDANKEN)

"SYMPHONIE des LEBENS"

Hals- und Ansteckschmuck - Südseeperle / Koralle

18 kt. Gelb- und Weißbold / Feingold / Gerold Schodterer 1994

FUSION

Synapsen – Lichterbrücken,
durch Willenskraft erbaut.
Verbund der Hemisphären
vom Geistesblitz getraut.
Vereinte Geistesströme
zum virtuellen Ziel.
Klar formuliertes Wollen
im intuitiven Spiel.
Die Grenzen überschreitend
zum Quantensprung bereit,
den Geist ständig erweitend
eins sein mit Raum und Zeit.

© Gerold Schodterer

(aus dem Gedichtband SPUREN)

"ERDENWEG"

Halsschmuck - Diamantkristall / Sterlingsilber / 18 kt. Gelbgold

Gerold Schodterer um 1998

"WACHSENDER GEIST"

Ring - Brillant 0,5 ct. / 18 kt. Gelb- und Weißgold

Gerold Schodterer um 2000

EVOLUTION

Es wächst und es strebt.
Es passt sich an
und es lebt.

 

Es rankt geschmeidig 
und behände nach oben,
im lebenslustigen
Emporkommen-Proben.

 

Es spielt Verdrängen
und mehr Macht sich erwerben.
Es wird sich verbrauchen
und daran wird es sterben.

 

Es probiert neue Wege,
bringt Licht in die Nacht,
fühlt, wie es erneut
zum Leben erwacht.

 

Es hält ein im Erblühen
und besinnt sich im Stillen.
Es beginnt zu verstehen,
es wächst nach eigenem Willen.

 

Es darf kraftspendend sein
oder zu giftig zum Essen,
darf sein, wie es will
nach eigenem Ermessen.

 

Es kann sich über nichts
in seinem Dasein beklagen.
Es darf alles tun,
doch muss es Verantwortung tragen.

 

Es erkennt ganz urplötzlich
den eigenen Wettbewerbswahn,
sieht im Erstrahlen des Geistes
nun den göttlichen Plan,

 

der im Unendlichen leuchtet,
um die Richtung zu weisen, 
auf uns liebevoll wartet,
bis wir bereit sind zu reisen.

 

Es wächst nun gemeinsam mit allem,
ist in sich ganz all ein.
Kann Glück denn so groß sein,
und doch nur so klein?

© Gerold Schodterer

(aus dem Gedichtband NATURGEDANKEN)

"EVOLUTION"

Ansteckschmuck - Sternsafir

Sterlingsilber / 18 kt. Gelbgold

Gerold Schodterer 1998

VERBORGEN

Dein Samen fiel auf Felsengrund,
dein Körper war dir vorgegeben,
so wächst du, karg, doch kerngesund
dein “Wetter-Stürme-Sonnen-Leben”.

Die Zeit verging, nun bist du alt,
und du hast aufgehört zu zählen,
wie oft der Blitze Urgewalt 
dich schlugen, um dein Sein zu quälen.

Rissig ist deine Hülle nun,
doch Jugend fühlst du noch im Kerne;
du weißt, du hast noch viel zu tun,
und außerdem grünst du so gerne.

Kann man die Kraft auch nicht erkennen,


die sprießen lässt dir neue Triebe,
so fühlt man doch dein inn’res Brennen,
dass eins du bist mit Gottes Liebe.

© Gerold Schodterer

(aus dem Gedichtband NATURGEDANKEN)

"VERBORGEN"

Ansteckschmuck und Skulptur

Smaragdkristall / Wurzelholz / Almstein

18 kt. Gelbgold / Brillant

Gerold Schodterer 2007

© Gerhard Buschine / Wien

Prof. Leopold Rössler - Gemmologe, Goldschmiedemeister, Edelsteinexperte

und ehemaliger Lehrer von Gerold Schodterer

Gerold Schodterer, Nachfahre einer oberösterreichischen Goldschmiede-Dynastie, sieht sich als „Vollender” der beruflichen Familiengeschichte. Er ist Goldschmied, Handwerker, Künstler, Designer und hartnäckiger Verfolger einer Sache, wenn er davon überzeugt ist. „Biegen, Sägen, Feilen, Löten und Bohren“, die Grundzüge eines jeden Goldschmiedes, wurden ihm in die Wiege gelegt und von Gerold in einer Präzision durchgeführt, die einem das Goldschmiedeherz höherschlagen lässt.

Gerold Schodterer ist auch ein Kämpfer für neue Ideen, Materialien, Arbeitstechniken und künstlerische wie auch handwerkliche Maßarbeit. Er liebt nicht nur den Ischler Trachtenschmuck, von dem seine Vorfahren Jahrhunderte lang lebten, sondern auch den neuen, von ihm erfundenen Schmuckstil, ungewöhnliche Designs mit handwerklich Umsetzbarem zu verbinden.

Oft ist die Natur sein Vorbild. Bis zum heutigen Tag vertritt er seine Linie – mit Materialien jeder Art. Nicht nur Silber und Gold mit „Grandln“, sondern auch anderes. Unter „anderes“ fallen Perlen, Bernstein Korallen, aber auch Muscheln und Schmucksteine jeder Art sowie Hölzer oder Kieselsteine. Nebenbei wird dem fertigen Schmuckstück ein selbstverfasstes lyrisches Werk mitgegeben, passend zu Entwurf, Material und den natürlichen Strukturen.

Gerold Schodterer ist ein Meister, Künstler und Designer, wie man so schnell keinen mehr finden wird. Die Zange, die Feile und das Lötrohr hat er fest im Griff – und bei jedem Feilstrich sagt die Feile: „Mach weiter so!“. Dass er jemals auf Computertechnologie zurückgreifen wird, wage ich zu bezweifeln. Wenn er manchmal für niemanden zu sprechen ist, dann ist das keine Bosheit, denn die Beschäftigung mit Materialien und Ideen fordert ihn so, dass ihn dann weder Kunden noch seine Frau stören dürfen.

Persönlich kenne ich Karoline und Gerold Schodterer als einmalige Charaktere, nicht nur in Bad Ischl. Als Kollege und ehemaliger Lehrer ist es für mich immer ein Erlebnis, vor Schodterers Auslagen neben der Konditorei Zauner zu stehen – oder den Meister in seiner Werkstätte zu besuchen.

Für die Zukunft wünsche ich ihm weiterhin viele Inspirationen sowie Kraft und Erfolg!

Gerold und Karoline Schodterer KG, 4820 Bad Ischl, Pfarrgasse 11, Tel. +43 (0)6132 / 23729-0, info@schodterer.at

WENN SIE GEFUNDEN HABEN, WAS SIE NIE SUCHTEN, WAREN SIE BEI UNS … ®

Atelier Karoline Schodterer, 4820 Bad Ischl, Kurhausstraße 3, Tel. +43 (0)664 / 2253646, karoline@schodterer.at